Meshtastic LILYGO Standalone Geräte im Test: T-LoRaPager vs. T-Deck Plus
Meshtastic LILYGO Standalone Geräte
im Test: T-LoRaPager vs. T-Deck Plus
Links, T-Deck-Plus. Rechts, T-LoRaPager

Wer sich mit krisensicherer, off-grid Kommunikation beschäftigt, stößt schnell auf Meshtastic – das lizenzfreie, dezentrale Mesh-Netzwerk.
Doch die Standard-Nodes haben einen Haken: Sie benötigen meist ein Smartphone samt App, um Nachrichten zu lesen oder zu schreiben. Bricht im Notfall das Akku-Management zusammen oder bricht die Bluetooth-Verbindung ab, steht man ohne Kommunikation da. Auch gehen aus meiner Erfahrung mit der Handy App teilweise Nachrichten nicht raus, da zum Teil durch Energiesparfunktionen die Nodes die Blootooth Verbindung vorzeitig unterbrechen. Auch eingehende Nachrichten die man später erst vom Node laden möchte sind Teilweise nicht vollständig.
Die Lösung: Standalone Meshtastic-Geräte mit integriertem Display und physischer Tastatur.
In diesem Test vergleiche ich zwei der populärsten All-in-One-Geräte von LILYGO: Den T-LoRaPager und das T-Deck Plus.
Die Testkandidaten im Überblick
| Feature | LILYGO T-LoRaPager | LILYGO T-Deck Plus |
|---|---|---|
| Konzept | Pager-Optik („GameBoy-Feeling“) | All-in-One Handheld (BlackBerry-Design) |
| Akkulaufzeit (10 Nachrichten versendet, Dauer Standby laufzeit) |
ca. 24 – 26 Stunden | ca. 107 Stunden (~4,5 Tage) |
| Bedienung | Scrollrad & Tastatur | Touchscreen, Scrollball & Tastatur |
| Antenne | Integrierte Stummelantenne (fest) | Auswechselbare Antenne (SMA) |
| Kartenfunktion | Nein, GPS ist aber vorhanden | Ja (GPS & Offline-Karten via SD) |
1. LILYGO T-LoRaPager: Retro-Feeling mit Schwächen im Alltag
Der T-LorRaPager punktet auf den ersten Blick durch sein kompaktes, robustes Gehäuse im Retro-Look. Wer Handheld-Konsolen mag, wird sich sofort heimisch fühlen.
Vorteile des T-LoraPager:
- Guter Tastenabstand: Obwohl die Tastatur klein ist, lässt sich durch den Abstand zwischen den einzelnen Tasten überraschend gut tippen.
- Smarte Shift-Funktion: Einmaliges Drücken der Symbol-Taste reicht aus, um das nächste Zeichen als Sonderzeichen einzugeben – langes Gedrückthalten entfällt.
- Traceroute-Übersicht: Bietet eine hervorragende Übersicht der Signalstärke (dB) und der genutzten Hops im Netzwerk.
- Hochwertige Haptik: Das Gehäuse verdient 10 von 10 Punkten.
Nachteile im Praxistest:
- Enttäuschende Akkulaufzeit: Mit knapp 24 bis 26 Stunden Laufzeit ist das Gerät für Krisen- oder Prepper-Szenarien ohne dauerhafte Stromquelle kaum tauglich.
- Schwache, feste Antenne: Die integrierte Stummelantenne lässt sich nicht tauschen. Im Test benötigte eine Nachricht über den Pager 6 Hops, während das T-Deck Plus dieselbe Strecke mit nur 2 Hops meisterte.
- Umständliche Menüführung: Gruppen-Chats lassen sich nicht als Favoriten auf dem Startbildschirm ablegen. Um in einer Gruppe zu antworten, muss man sich durch verschachtelte Untermenüs klicken.
- Nerviges Autoscroll: Geht im Chat eine neue Nachricht ein, springt die Anzeige automatisch nach unten durch den Verlauf – flüssiges Lesen ist dadurch fast unmöglich.
2. LILYGO T-Deck Plus: Der klare Testsieger
Das T-Deck Plus bewegt sich preislich auf demselben Niveau wie der Pager, bietet aber in fast allen Bereichen die deutlich ausgereiftere Hardware und Software.
Die Highlights des T-Deck Plus:
- Überragende Akkulaufzeit: Mit über 4,5 Tagen (rund 107 Stunden) Dauerbetrieb setzt das T-Deck Plus Maßstäbe in der Standalone-Klasse.
- Touchscreen & Offline-Karten: Neben dem optischen Trackball lässt sich das Gerät bequem per Touch bedienen. Über den SD-Kartenslot können Offline-Karten geladen werden – ideal zur Orientierung im Notfall.
- Flexibles Antennen-System: Die Antenne wird über einen Standard-Anschluss verschraubt und kann beliebig aufgerüstet werden. Das Gerät kann nach einem Wechsel der Standardantenne zu einer Knickantenne flach auf dem Tisch liegen bleiben, während die Antenne optimal senkrecht steht.
- Perfektes Chat-Handling: Gruppen und Kontakte lassen sich direkt anwählen. Nachrichten bleiben übersichtlich stehen und werden zuverlässig signalisiert.
Kleine Schwächen:
- Tastatur gewöhnungsbedürftig: Die Tasten stehen enger zusammen als beim Pager. Sonderzeichen erfordern das Gedrückthalten der Shift-Taste so wie die Hochstelltaste für Großbuchstaben.
- Firmwareupdate umständlich, durch das fest integrierte Betriebssystem.
- Touch-Kalibrierung: Nach Firmware-Updates muss das Display gelegentlich im Einstellungsmenü neu kalibriert werden.
Kaufberatung: Darauf müsst ihr achten!
Wenn ihr euch für das T-Deck Plus entscheidet, achtet beim Kauf auf folgende Spezifikationen:
- Frequenzbereich: Achtet für die Nutzung in Europa zwingend auf die 868 MHz Frequenz.
- Firmware: Holt euch die Meshtastic / European Version, um Komplikationen aus dem Weg zu gehen..
Fazit: Welches Gerät lohnt sich?
Der Test zeigt ein eindeutiges Ergebnis: Das LILYGO T-Deck Plus ist der unangefochtene Sieger.
Während der T-LoraPager zwar ein charmantes GameBoy-Design mitbringt, scheitert er im Ernstfall an der kurzen Akkulaufzeit (24 Std.), der schwachen Festantenne und der umständlichen Menüführung.
Das T-Deck Plus hingegen überzeugt als vollwertiges Off-Grid-Kommunikationsgerät mit hervorragendem Empfang, intuitiver Touch-Bedienung, Kartenmaterial und einer Akkulaufzeit von über 4 Tagen. Eine klare Kaufempfehlung für alle Meshtastic- und Prepping-Enthusiasten!
Hier geht es auch zu meinem Youtube Video, wo ich in die Details gehe:
https://youtu.be/_lZBaDPNWfw?si=vRuPDDzODh7yQqIk